Prozesssicherheit nach Pharma-Standard
In einer Pharmaproduktion sollten mehrere Bereiche, zum Teil entsprechend Zone 1, an ein zentrales Prozessleitsystem angebunden werden. Die Lösung bestand im Einsatz ATEX-zertifizierter Remote I/O Module in Verbindung mit dezentralen Bedienstationen zur direkten Prozesssteuerung vor Ort.
Um auch prozessnah den Ablauf steuern zu können, wurden im Automatisierungskonzept dezentrale Bedieneinheiten vorgesehen. Eine ideale Aufgabe für VisuNet Bedienstationen. Dabei handelt es sich um Panel-PCs für Zone 1/21, auf dem ein SCADA-Paket oder eine Soft-SPS-Software läuft.
Um möglichst kurze Entfernungen zwischen dem Prozess-I/O und dem SCADA-System zu erreichen, sind die analogen und digitalen Ein- und Ausgangssignale der unterschiedlichen Feldgeräte an jedem Standort innerhalb der Zone 1 an Remote I/O-Module angeschlossen. Der Datenaustausch mit der zentralen Prozesssteuerung erfolgt über PROFIBUS, was eine ganz erhebliche Reduzierung des Verkabelungsaufwandes und der damit verbundenen Kosten mit sich bringt. Der Anschluss sämtlicher Sensoren und Aktoren erfolgt über Remote I/O-Substationen in der Zone 1.
Die Kombination eines leistungsfähigen Steuerungssystems mit skalierbaren und flexiblen Remote I/O-Modulen führt zu einer ausgeprägt einfachen Anbindung der Instrumentierung an das Automationssystem, die sich bei Bedarf jederzeit neu konfigurieren und an veränderte Produktionsbedingungen anpassen lässt.
Sämtliche Remote I/O-Module, einschließlich der Stromversorgungen, lassen sich per Hot Swap beim laufenden Betrieb auswechseln. Das ist eine entscheidende Voraussetzung für die Aufrechterhaltung des Produktionsprozesses selbst bei Wartungsarbeiten. Im Servicefall werden Module lediglich ausgetauscht, ohne dass dafür manuelle Einstellungen erforderlich sind, da alle Funktionen und Parameter über das Gateway automatisch auf das neue Modul übertragen werden. Dadurch ist auch ausgeschlossen, dass versehentlich ein falsches Modul eingesetzt wird. Das gesamte System ist redundant aufgebaut. Außerdem sind die einzelnen Schaltkreise galvanisch getrennt, was entscheidend zur geforderten Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der Lösung beiträgt.
Das Ergebnis überzeugt in jeder Hinsicht und zeichnet sich neben entscheidenden Kosteneinsparungen während der Installation durch betont einfache Bedienung und Zuverlässigkeit aus. Die dezentralen SCADA-Systeme, die über Displays und Tastaturen in der Zone 1 bedient werden, sowie der Einsatz von Remote I/O-Modulen liefert dabei genau die Flexibilität bei der Steuerung der Batch-Prozesse, die das System bieten sollte.