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Nichtelektrischer Explosionsschutz mittels Schlupfüberwachung

Reibungsloses Dispergieren sichergestellt

Schlupfüberwachung mit KFD2-UFT-Ex2.D
Schlupfüberwachung mit dem Frequenzmessumformer zur Drehrichtungs- und Schlupfmeldung
Bei der Übertragung hoher mechanischer Leistungen ist eine Blockierüberwachung als Überlastschutz zwischen Antrieb und Abtrieb notwendig. Thermische Überwachungen scheiden aufgrund ihrer Trägheit aus, da ein blockiertes System innerhalb von Sekundenbruchteilen enorme Leistungen umsetzt. Neben der Zerstörung von Übertragungselementen kann Funkenbildung die Folge sein – eine unangenehme Begleiterscheinung, die es in explosionsgefährdeten Bereichen zu vermeiden gilt. Dies wird durch drehzahlüberwachende Verfahren gelöst, die sich hier besonders aufgrund ihres schnellen Reaktionsvermögens eignen.

Lesen Sie im Folgenden am Beispiel einer Dispergieranlage, wie die Drehzahl- bzw. Schlupfüberwachung im Allgemeinen funkioniert und wie der Frequenzmessumformer KFD2-UFT-Ex2.D seinen Einsatz als Übertragungseinheit findet.


Gemischt wird überall

In der Lebensmitteltechnik wie z.B. bei Milchprodukten, Schokolade oder bei der Herstellung von Zahnpasta, Kosmetik oder Lack müssen Feststoffe in unterschiedlich viskosen Medien eingebracht werden. Wird das Pulver nur auf die Flüssigkeitsoberfläche geschüttet und eingerührt, kann Staub aufgewirbelt werden, der sich auf alle Maschinenteile niederschlägt. Wird dieser Staub eingeatmet, können gesundheitliche Nebenerscheinungen für die Anwender auftreten. Des Weiteren können sich Klumpen oder Ablagerungen bilden, die sich negativ auf den Prozess auswirken. Beiden Effekte gilt es daher durch einen optimierten Prozess vorzubeugen.

TDS – wenn's nicht stauben soll

Die Lösung für optimale und staubfreie Pulverbenetzung sind TDS-Saugmischer. Diese sogenannten Inline-Maschinen arbeiten nach dem Rotor-Stator-Prinzip mit hohen Schergeschwindigkeiten. Durch das Zusammenwirken verschiedener Zerkleinerungsvorgänge kann mit diesen Maschinen eine extreme Feinverteilung von Feststoffen (Suspensionen) und Flüssigkeiten (Emulsionen) in vorgelegten flüssigen Medien erreicht werden.

Achtung, wenn es klemmt

Das System aus Antrieb und Arbeitsmaschine kann zu Blockaden neigen, wenn
  • Fremdkörper auftreten
  • hochviskose Medien eingesetzt werden
  • Medien, die im kalten Zustand erstarren, verarbeitet werden.

Solche Blockaden erfordern insbesondere in explosionsgefährdeten Bereichen eine schnelle Reaktion, damit Beschädigungen am System vermieden und dem Auftreten von unzulässig hohen (Oberflächen-) Temperaturen entgegengewirkt werden kann.

Deshalb befindet sich zwischen dem Antrieb und dem TDS-System eine drehmomentabhängige Kupplung, die beim Überschreiten eines vorher festgelegten Drehmomentes des Antriebsstrangs schlagartig trennt.

Im Fehlerfall jedoch oder bei nicht vollständiger Trennung der Kupplungselemente besteht die Gefahr, dass aufgrund der hohen Energie eine hohe Oberflächentemperatur oder gar Funkenbildung entsteht. Das Eintreten solch einer Situation muss aus Gründen des Explosionsschutzes sicher, zuverlässig und wirksam verhindert werden. Initiatoren sowohl auf der Antriebs- als auch auf der Abtriebsseite erfassen daher permanent beide Drehgeschwindigkeiten und vergleichen diese auf Schlupf. Auftretender Schlupf wird sofort erkannt und der Antrieb kann vor dem Eintreten einer gefährlichen Situation abgeschaltet werden.


Nichtelektrischer Explosionsschutz in der Dispergieranlage

Der Explosionsschutz nichtelektrischer Betriebsmittel ist ohne ausreichendes Grundwissen für eine zuverlässige Zündgefahrenbewertung nicht möglich. Zeigt die Zündgefahrenbewertung, dass potenzielle Zündquellen vorhanden sind, so gilt es Maßnahmen zu treffen, um diese unwirksam zu machen. Heiße Oberflächen können bei Überschreiten der Zündtemperatur eine explosive Atmosphäre entzünden. Besonders dort wo viel mechanische Energie auf kleinem Raum übertragen wird, kann sich die Temperatur durch Reibungsverluste im Normalbetrieb aber auch im Störbetrieb (sogenannte vorhersehbare Störung) erheblich erhöhen. Es müssen alle Oberflächen am Gerät, die mit der umgebenden Atmosphäre in Berührung kommen, diesbezüglich untersucht werden.

In schnelldrehenden Systemen, wie der TDS, treten aufgrund der mechanischen Energieumsetzung im Medium mitunter rasche Temperaturerhöhungen auf. Eine Temperaturüberwachung ist daher zwingend notwendig, damit zuverlässig jede Temperaturerhöhung erfasst wird und das Auftreten von unzulässig hohen Oberflächentemperaturen verhindert wird. Reib- und Schlagfunken können dann entstehen, wenn metallische Bauelemente aufeinander schlagen z.B. metallische Kupplungen. Diese Reib- und Schlagfunken können bei Blockaden von Kupplungen auftreten und werden daher mittels Schlupfüberwachung kontrolliert.


Schlupfüberwachung von Pepperl+Fuchs

Schlupf (von „schlüpfen”) bezeichnet im Allgemeinen das Abweichen der Geschwindigkeiten miteinander in Reibkontakt stehender mechanischer Elemente oder Fluide unter tangentialer Belastung. Um frühzeitige Schäden an Rutschkupplungen, Förderbändern und Treibriemen zu vermeiden, wird die Drehzahldifferenz zwischen Antrieb- und Abtriebseite ausgewertet.

Die Schlupfüberwachung ist deutlich von der Gleichlaufüberwachung zu unterscheiden. Die Gleichlaufüberwachung vergleicht die Pulszahlen und nicht die Frequenz auf Antriebs- und Abtriebsseite. Bei der Schlupfüberwachung dagegen wird ein kurzzeitiger Schlupf (Differenzfrequenz) unterhalb der Grenzen toleriert und wieder „vergessen“. Beim nächsten Schlupfvorgang wird dieser dann ohne Berücksichtigung der Vorgeschichte neu bewertet.

Moderne Schlupfüberwachungen wie das KFD2-UFT-EX2.D von Pepperl+Fuchs erlaubt sogar die Schlupfüberwachungen von Kupplungen mit nachgeschalteten Getriebe oder Förderbändern mit Übersetzungsverhältnis. Zusätzlich wird die Eingangsfrequenz in ein analoges 0/4…20mA-Signal gewandelt und ausgegeben.


Fazit

Drehzahlerfassende Systeme sind der ideale Schutz vor Überlastungen von Antriebseinheiten. Sie erhöhen damit die Standzeit ihrer Anlage und erfüllen die Anforderungen an den nichtelektrischen Explosionsschutz.

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Telefax: 0621 776-272222

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Schlupf- und drehzahlüberwachende Verfahren eignen sich besonders, um die Übertragung hoher mechanischer Leistungen zwischen Antrieb und Abtrieb zu überwachen. Lesen Sie im Folgenden am Beispiel einer Dispergieranlage, wie dies funktioniert …