Safety Integrity Level (SIL): Die Maßeinheit für die Risikoreduzierung
Was ist SIL?
Warum quantifizieren? Die Notwendigkeit etwas zu quantifizieren besteht überall dort, wo ein Bedarf oder ein Ziel spezifiziert werden soll und nachfolgend dessen Erfüllungsgrad objektiv festgestellt werden muss. Ein Beispiel hierfür ist der Kauf von Heizöl. Zunächst wird die gewünschte Menge in Form einer Zahl mit der Einheit „Liter“ spezifiziert. Ein Händler wird dieses Heizöl dann liefern und mit Hilfe einer geeigneten Messmethode (i. d. R. geeichter Durchflussmesser) nachweisen, dass die gelieferte Menge mindestens der bei der Bestellung spezifizierten Menge entspricht. Ähnlich verhält es sich auch in der Sicherheitstechnik, wobei hier nicht der Bedarf an einem materiellen Wirtschaftsgut befriedigt werden soll, sondern das Bedürfnis nach Sicherheit im Vordergrund steht.
Es ist bekannt, dass von technischen Einrichtungen Risiken ausgehen können, die so bedrohlich eingestuft werden, dass Personen diesen nicht ausgesetzt werden dürfen. In solchen Fällen müssen die entsprechenden Risiken reduziert werden, um dem Bedürfnis nach Sicherheit Rechnung zu tragen. Um diese Forderung nachvollziehbar erfüllen zu können, muss die Risikoreduzierung quantifizierbar (und damit auch messbar) sein. Wie bereits erwähnt, geschieht dies mit Hilfe der „Einheit“ SIL, wobei hier nur ganzzahlige Werte im Bereich von 1 bis 4 definiert sind.
Nach erfolgter Risikoreduzierung muss nachgewiesen werden, dass deren Umfang mindestens dem geforderten Maß (also der SIL-Anforderung) entspricht. Diese Betrachtungsweise führt zu folgendem Prozedere:
- 1. Risikoanalyse: Ermittlung der erforderlichen Risikoreduzierung
(Spezifikation der SIL-Anforderung) - 2. Realisierung der Risikoreduzierung
(Implementierung einer Schutzeinrichtung, auch Z-Funktion genannt) - 3. Beurteilung der funktionalen Sicherheit
(SIL-Bewertung der Schutzeinrichtung)
Die notwendige Risikoreduzierung in Abhängigkeit des Ausgangsrisikos