Zehn Jahre Automatisierung mit Remote I/O bei BASF
Die modernsten technischen Einrichtungen auf dem Gebiet der chemischen Prozessführung wurden installiert und haben sich in den letzten 10 Jahren als sehr zuverlässig bewährt, sagt Christian Magin, verantwortlicher Ingenieur Prozessleittechnik im Bereich Produktion Dispersionen.
Rund 750 Maschinen und Apparate müssen so gesteuert und geregelt werden, dass die Anlagentechnik optimal genutzt wird und dabei eine konstante Produktqualität gewährleistet ist. Die darauf basierenden Produkte werden z. B. für Klebstoffe und für Anstrichfarben verwendet.
Die Leittechnik
Durch den Wegfall der früher notwendigen zahlreichen Rangierverteilerschränke reduziert sich die gesamte komplexe Leittechnik auf einige wenige Schränke im Schaltraum.
Messwarte
Damals hat man sich für den schnellen Profibus DPV1 entschieden, der die mehr als 16.000 Prozesssignale mit Hilfe der Remote I/O, von den intelligenten Verteilerkästen (IVK) kostengünstig über redundante 2-Draht Bus-Linien mit den Controllern des Leitsystems verbindet.
Der gegenüber der traditionellen Interfacetechnik drastisch verringerte Verkabelungsaufwand und der Wegfall zahlreicher Rangierverteilerschränke führte zu deutlichen Kosteneinsparungen. Des Weiteren bietet die Technologie im Betrieb zahlreiche Vorteile – u. a. durch ein zentrales Engineering oder die Möglichkeit einer bedarfsorientierten Wartung. Lediglich die sicherheitsgerichteten Signale wurden mit klassischem Verdrahtungsprinzip an die Sicherheitssteuerung angeschlossen.
Zur Kopplung der Sensoren und Aktoren wurden etwa 100 dezentrale intelligente Verteilerkästen (IVK) aufgebaut. Die IVK stehen in der Ex-Zone 1 und 2 und sind bestückt mit zahlreichen Remote I/O Modulen, in denen die Datenströme aus dem Feld gesammelt und an das Leitsystem über Profibus DPV1 weitergeleitet werden. Insgesamt wurden rund 30 km Profibus-Kabel zur Anbindung der IVKs verlegt.
Remote I/O als intelligenter Verteilerkasten
Pepperl+Fuchs hat diese Technologie von Anfang an mit getragen und in ihre Remote I/O integriert. So verhalten sich die IVKs wie systemeigene Baugruppen und können bei laufendem Betrieb erweitert und innerhalb des Symphony Engineeringsystems umkonfiguriert werden. Hier wurde das Prinzip HCiR (hot configuration in run) erstmals realisiert. Bis heute hat sich diese Vorgehensweise als sehr stabil erwiesen. Immerhin wurden inzwischen immer wieder neue Messstellen eingerichtet und neue Remote I/O Stationen zum System hinzugefügt.